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13. Mai als Glyphosat-Aktionstag - Jetzt unterschreiben

12.05.2017

 

Ein Bündnis verschiedener europäischer Bürgerinitiativen hat bei der EU-Kommission eine europäische Bürgerinitiative für ein Glyphosat-Verbot eingereicht. Diese wurde akzeptiert. Damit sich die Kommission damit befasst, müssen europaweit eine Million Unterschriften gesammelt werden. 700.000 Unterschriften wurden in den letzten drei Monaten bereits gesammelt. Die EU-Kommission will ihre Entscheidung zur Glyphosat-Zulassung nun vom Ende des Jahres auf den Sommer vorziehen. Deshalb ist Eile geboten, um die restlichen Unterschriften zu sammeln. Dafür wurde der 13. Mai als Glyphosat-Aktionstag ausgerufen.

Die VG unterstützt die Initiative und sammelt am Samstag in allen Lebensmittelläden Unterschriften. Wir freuen uns, wenn ihr euch beteiligt!

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verwendete Pflanzengift (Herbizid). Es ist auch unter dem Handelsnamen RoundUp bekannt, einem Kassenschlager des Monsanto-Konzerns. Das Breitbandherbizid tötet nicht nur Beikräuter, sondern jede Pflanze, die nicht vorher gentechnisch so manipuliert wurde, dass sie das Pflanzengift überlebt. Für Konzerne wie Monsanto ist das ein Riesengeschäft: Sie verkaufen sowohl die Pestizide als auch das genmanipulierte Saatgut. Allerdings entwickeln immer mehr Pflanzen durch den häufigen Glyphosat-Einsatz Resistenzen gegen das Gift. Deshalb werden immer mehr und immer aggressivere Pestizide versprüht. In Deutschland wird Glyphosat auf etwa 40 Prozent der Felder versprüht. Es wird nicht nur verwendet, um die Felder von Wildkräutern freizuhalten, sondern auch kurz vor der Ernte, um die Reifung von Getreide zu beschleunigen (Sikkation).

Glyphosat lässt sich nicht abwaschen und baut sich auch durch Erhitzen oder Einfrieren nicht ab. Glyphosat-Rückstände halten sich etwa ein Jahr lang in Lebens- und Futtermitteln. So fand die Zeitschrift Ökotest Glyphosat in Brötchen und Mehl. Glyphosat wurde auch im Urin von Menschen nachgewiesen. Das zeigte eine europaweite Studie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Friends of the Earth, die im Juni 2013 veröffentlicht wurde. In Deutschland enthielten 70 Prozent der untersuchten Urinproben Glyphosat. Wer sich vor Glyphosat schützen will, sollte möglichst Bio-Produkte kaufen. In der ökologischen Landwirtschaft sind Pestizide wie Glyphosat verboten.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend” eingestuft.

Eine Mehrheit der Menschen in Europa lehnt Glyphosat ab: Einer repräsentativen Umfrage (2016) zufolge sprechen sich 64% der Bürger/innen in Europa klar für ein Glyphosat-Verbot aus. Das hat in der Vergangenheit auch die Diskussion innerhalb der EU-Kommission stark beeinflusst. Die europaweite Ablehnung würde mit einer erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiative so deutlich und sichtbar, dass die Kommission sie bei ihrer Entscheidung kaum ignorieren kann.

2012 hat die EU die "Europäische Büreriniaitve (EBI)" eingeführt. Damit können EU-Bürger/innen die Kommission verpflichten, sich mit einem bestimmten Thema zu befassen. Bevor die EU-Kommission eine EBI akzeptiert, prüft sie diese formal und rechtlich. Sobald sie akzeptiert ist, müssen innerhalb einen Jahres mindestens eine Millionen EU-Bürge/innen die EBI unterzeichnen. Ist diese Zahl erreicht, stellt sich die Kommission den Argumenten der Organisatoren. Hält sie die Argumente für überzeugend, kann eine EBI die EU-Kommission zu neuen Gesetzesinitiativen anstoßen.

Ein weiterer Aspekt: Mit Hilfe einer EBI kann eine öffentlich stark wahrgenommene europäische Bewegung entstehen. Diese sichtbare, transparente Art, politische Entscheidungen zu beeinflussen, ist ein Gegenentwurf zu intransparenten und geheimen Lobby-Machenschaften der Konzerne.

Wer die EBI online unterstützen möchte kann dies hier tun: EBI Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat

 

 

 

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