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Blumen mit Haltung: Warum Bio wichtig ist

In unseren VG-Läden leuchteten sie uns im letzten Jahr entgegen und bald sind sie wieder da: die ökologisch angebauten Schnittblumen von Bei den Blumen aus Dresden. Sie stehen für Regionalität, Vielfalt und einen bewussten Umgang mit Natur. Warum Bio auch bei Blumen eine wichtige Rolle spielt und was hinter dem Projekt steckt, haben wir mit Gründerin Emma besprochen.

Emma von Bei den Blumen auf dem Bio-Feld
Bild: Julelilalu-Fotografie

Vom Musikstudium zu Bio-Blumen

Hinter Bei den Blumen steht Emma. Ihr Weg führte sie nicht direkt in die Landwirtschaft, sondern zunächst ins Musikstudium. Der Wunsch, mit den Händen zu arbeiten und am Ende etwas Sichtbares zu schaffen, begleitete sie jedoch schon länger. Nach dem Studium spielte sie mit dem Gedanken, eine Floristikausbildung zu machen. „Ich fand das Floristikhandwerk total schön, habe aber schnell gemerkt, dass die Werte in der Branche oft nicht mit dem übereinstimmen, was mir wichtig ist“, erzählt sie. Nachhaltigkeit spiele in vielen Blumenbetrieben kaum eine Rolle. Auf der Suche nach Alternativen stellte sie fest: Es gibt nur sehr wenige Betriebe, die Blumen wirklich ökologisch und regional anbauen.
Die Konsequenz: selbst anfangen. 2023 startete sie mit Bei den Blumen – zunächst als Nebenerwerb. Dass sich daraus so schnell ein wachsender Betrieb entwickeln würde, hatte sie selbst nicht erwartet.


Blumen mit Haltung: Warum Bio einen Unterschied macht

Für viele Konsument:innen ist der Unterschied zwischen konventionellen und Bio-Blumen auf den ersten Blick nicht sichtbar. Für Emma ist er jedoch zentral. „Rund 90 Prozent der Blumen, die man hier kaufen kann, kommen aus dem Ausland, oft sogar aus Nicht-EU-Ländern“, erklärt sie. Lange Transportwege, beheizte Gewächshäuser und ein hoher Pestizideinsatz seien in der Branche üblich. Anders als bei Lebensmitteln gelten für Schnittblumen kaum Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel – auch solche Stoffe, die in der EU längst verboten sind, können an importierten Blumen haften.

Bei Bei den Blumen läuft es bewusst anders:

  • Die Blumen wachsen ausschließlich im Freiland, ohne beheizte Gewächshäuser
  • Es werden keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt
  • Angebaut wird saisonal und regional in Dresden-Podemus
  • Verwendet wird torffreie Erde und eine wassersparende Bewässerung

Der ökologische Anbau bringt auch Herausforderungen mit sich. Wetterextreme machen die Planung schwierig: Ein sehr warmer Frühling kann dazu führen, dass zu viele Blumen gleichzeitig blühen, ein kühler, verregneter Sommer dagegen zu Engpässen.


Vielfalt statt Einheitsblumen

Bild: Virginie Holzner

Ein besonderes Merkmal von Bei den Blumen ist die enorme Sortenvielfalt: Über 300 verschiedene Kulturen wachsen auf dem Feld. „Viele Betriebe spezialisieren sich auf eine Sorte. Mir ist es wichtig zu zeigen, wie vielfältig Blumen eigentlich sind“, erklärt Emma. Allein bei den Narzissen gibt es über 50 Sorten. Diese Vielfalt bedeutet zwar mehr Planungsaufwand, macht das Ergebnis aber besonders und lässt Kund:innen über das Jahr hinweg bewusst erleben, was gerade Saison hat.


Blumen vom Feld – ein Ort zum Durchatmen

Eine der schönsten Entwicklungen für Emma kam eher ungeplant: ihr Blumenfeld in Dresden-Podemus als offener Ort. „Ich war im ersten Jahr überrascht, wie schnell alles geblüht hat und dachte mir irgendwann: Jetzt lade ich Menschen einfach ein.“ Heute kommen viele Besucher:innen zum Selberpflücken, Verweilen oder zu Workshops. Für Emma ist das einer der erfüllendsten Aspekte ihrer Arbeit: „Viele sagen mir, dass das Feld ihnen Ruhe gibt, dass sie sich dort erden können. Diese Wertschätzung zu spüren, ist unglaublich schön.“

Viele Bioblumen auf einer Wiese vor den Toren Dresdens

Zusammenarbeit mit der VG Dresden

Für Emma sind Bio-Blumen mehr als ein Produkt. Sie stehen für einen respektvollen Umgang mit Natur, für Vielfalt statt Massenware und für einen bewussteren Blick auf das, was uns umgibt. Dass ihre Blumen heute auch in den Läden der Verbrauchergemeinschaft Dresden zu finden sind, empfindet sie als große Wertschätzung. Der Kontakt zur VG entstand im Sommer 2025: Als sie erstmals die Möglichkeit hatte, Blumen auszuliefern, suchte Emma nach passenden regionalen Partnern und die VG lag mit ihren Werten nah. Ihr Wunsch:

» Ich wollte einen Ort, der versteht, dass diese Blumen etwas Besonderes sind. «
Emma

Nach einem Besuch auf dem Feld war schnell klar: Das passt. Wenige Wochen später waren die ersten Bio-Blumen in der VG erhältlich.
Wer also beim nächsten Einkauf zu einem Strauß von Bei den Blumen greift, nimmt nicht nur Farbe mit nach Hause, sondern unterstützt regionale Landwirtschaft, ökologische Vielfalt und eine nachhaltige Art des Wirtschaftens, die zeigt: Es geht auch anders.


Emmas Tipps: So halten Schnittblumen länger frisch

Tulpen von Bei den Blumen
  • Anschnitt: Nutzt ein scharfes Messer (statt Schere) und schneidet die Stiele etwa 1 cm schräg an. So werden die Bahnen zur Wasseraufnahme nicht gequetscht.
  • Hygiene: Die Vase sollte „trinksauber“ sein. Je weniger Bakterien im Wasser sind, desto besser.
  • Frisches Wasser: Wechselt das Wasser regelmäßig.
  • Standort: Stellt die Blumen im Sommer niemals in die direkte Sonne.
  • Der Frische-Trick: Wer seinen Blumen etwas besonders Gutes tun will, stellt sie über Nacht an einen kühlen Ort oder sogar in den Kühlschrank.

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