Vom Laden in den Vorstand: Anne Kretschmann über Visionen und Herzensprojekte
Seit dem 1. April verstärkt Anne unser Führungsteam. Wer in der Fritz-Reuter-Straße einkauft, wird ihr vielleicht schon begegnet sein, denn dort war sie bisher als Marktleiterin aktiv. Wir haben uns mit Anne getroffen, um über ihren Rollenwechsel vom Laden in die strategische Leitung, ihre Herzensprojekt und ihre Vision für die kommenden fünf Jahre zu sprechen.
Wie fühlt sich dieser Wechsel aus dem Laden in die strategische Leitung an?
Mein erster Gedanke war: „Wow, okay, cool, dass mir diese Ehre zuteil wird.“ Der Wechsel aus der Marktleitung in den Vorstand, das ist schon ein großer Schritt. Ich fühle mich damit aber richtig gut. Es ist noch ein bisschen surreal und die Einarbeitungszeit fordert mich natürlich, aber genau diese Herausforderung habe ich auch gesucht. Ich freue mich sehr auf alles, was jetzt kommt.
Was hat dich motiviert, in den Vorstand zu wechseln?
Vor allem der Wunsch, das „große Ganze“ mitzugestalten. Im Laden ist man natürlich sehr fokussiert auf den eigenen Markt und das eigene Team. Mich hat gereizt, darüber hinauszuschauen und die VG insgesamt aktiv weiterzuentwickeln.
Was wirst du am meisten aus dem Alltag im Markt vermissen?
Ganz klar: mein Team und die Menschen im Laden. Man hat einen ganz anderen Bezug, wenn man täglich vor Ort ist, man tauscht sich aus, bekommt direktes Feedback und sieht am Ende des Tages sofort, was man geschafft hat. In der Vorstandsarbeit ist das Feedback eher indirekt. Diesen unmittelbaren menschlichen Kontakt und das direkte Erfolgserlebnis werde ich wohl am meisten vermissen.
Worauf freust du dich in der Vorstandsarbeit besonders?
Vor allem darauf, an den Strukturen zu arbeiten und die VG als Ganzes weiterzuentwickeln. Wie können wir Prozesse verbessern? Wie können wir Strukturen so gestalten, dass sie nicht nur theoretisch gut klingen, sondern auch im Alltag funktionieren? Aktiv mitzugestalten finde ich extrem spannend.
Gibt es ein „Herzensprojekt“, das du vorantreiben willst?
Ein großes Herzensthema ist für mich die Ausbildung. Ich war im Laden selbst ausbildungsverantwortlich und habe gemerkt, dass im stressigen Marktalltag oft die Zeit fehlt, die Azubis so intensiv zu begleiten, wie es nötig wäre. Aber die Menschen, die wir ausbilden, sind unsere Zukunft. Nichts ist frustrierender, als wenn jemand nach der Ausbildung sagt: „Ich habe eigentlich nichts gelernt und war nur eine günstige Arbeitskraft.“ Ich möchte Strukturen schaffen, die es ermöglichen, die Ausbildung besser in den Alltag zu integrieren, damit die Motivation und die Freude am Beruf erhalten bleiben.
Welche Herausforderungen siehst du aktuell für die VG und wie kann man ihnen begegnen?
Ein großes Thema sind die Prozesse im Hintergrund, die man beim Einkaufen fast gar nicht wahrnimmt. Viele Strukturen sind über Jahre gewachsen und müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Ein Beispiel ist die Automatisierung von Bestellungen oder das Warenwirtschaftssystem. Gerade mit vielen kleinen, regionalen Lieferanten ist es eine Herausforderung, alles gut zu koordinieren. Wenn wir hier effizienter werden, gewinnen wir Zeit für andere wichtige Aufgaben.
Wo siehst du die VG Dresden in fünf Jahren?
Ich sehe die VG weiterhin stabil und gut positioniert in der Biobranche. Gleichzeitig ist es wichtig, am Puls der Zeit zu bleiben. Das Ziel ist es, unseren authentischen Werten treu zu bleiben, uns aber gleichzeitig mit neuen Trends und Entwicklungen mitzubewegen, ohne stehenzubleiben.
Wenn dich dein Team in drei Worten beschreiben müsste – welche wären das deiner Meinung nach?
Ich denke, sie würden sagen: nahbar, verlässlich und direkt.
» Mir ist es sehr wichtig, ansprechbar zu sein und ein offenes Ohr zu haben, auch für schwierige Themen. Das habe ich selbst immer als sehr wertvoll erlebt und möchte das so weitergeben. «
Anne Kretschmann
Wann hattest du zuletzt einen Moment, in dem du dachtest: „Genau deshalb arbeite ich hier“?
Das war beim letzten Azubi-Tag. Da kamen Auszubildende aus allen Märkten zusammen. Es waren so viele unterschiedliche Persönlichkeiten, ein buntes Team, das unglaublich gut harmoniert hat. Die Stimmung, die Zusammenarbeit und die Freude waren direkt spürbar. Da habe ich wieder gemerkt, wie besonders es ist, Teil der VG zu sein.
Wenn du nicht in der VG bist, wo trifft man dich am ehesten?
Am ehesten irgendwo draußen in der Natur, zum Beispiel beim Radfahren in der Heide. Ich mache auch gern Bikepacking-Urlaube. Einfach raus aus der Stadt, den Kopf frei bekommen. Das ist für mich der perfekte Ausgleich zum Arbeitsalltag.